Selbstverständnis THEATER MORGENSTERN

THEATER MORGENSTERN ist ein Team von 3 - 4 Schauspieler*innen, einem Regisseur, einem Musiker und einer Kostümbildnerin. Die Gruppe entwickelt gemeinsam den Spielplan einer Spielzeit sowie Inhalt, Ästhetik und Spiel von Neuproduktionen. Neue Stücke werden über die gemeinsame Improvisation erarbeitet, Szenen werden gemeinsam entwickelt und über die gemeinsame Reflexion der entstandenen Szenen und Figuren zu einem Endergebnis gebracht. Die Schauspieler*nnen sind in der Entwicklung der Figuren frei, die Charaktere ergeben sich aus dem täglichen Dialog und den szenischen Improvisationen des Ensembles. 

Wir distanzieren uns explizit vom klassischen Regietheater und verstehen uns als einen lebendigen Organismus, in welchem jede und jeder gleichberechtigt zur Mitwirkung aufgefordert ist.

Je nach Bedarf arbeitet die Gruppe mit weiteren Musiker*innen zusammen, welche sich dem Kollektivgedanken anschließen und die Musik einer Inszenierung mit dem Ensemble zusammen entwickeln. Die Musiker*innen begleiten die Theaterproben über einen gewissen Zeitraum und begeben sich mit in den Improvisationsprozess.

Ebenso arbeitet das Ensemble temporär und nach Bedarf mit weiteren Künstler*innen zusammen und beauftragt Bühnenausstatter*innen.

Auch die Theatervorstellungen werden gemeinsam gestaltet, was sich darin äußert, dass das gesamte Ensemble dem Publikum im Anschluss an die Aufführungen Rede und Antwort steht.

Inzwischen löst sich die Gruppe, die in verschiedenen Konstellationen z.T. schon über 20 Jahre zusammen arbeitet, von fertigen Geschichten oder Dramen als Vorlage für Neuproduktionen und erarbeitet gemeinsam aufgrund eines Themas eigene Stücke, so z.B. „Laboratorium zum großen Glück“ (2017) oder „Alles Super!“ (2016).

 

Das Team

Pascale Senn Koch


Pascale wurde am 31.7.1965 in Bern geboren.

Ihre Schauspielausbildung absolvierte sie in der Schweiz. Das Interesse an der Schauspielmethodik nach Michael Tschechow führte sie jedoch bald nach Berlin, wo sie am theaterforum kreuzberg als Regieassistentin arbeitete. Es folgte eine Dozententätigkeit für schauspielerische Grundlagen, sowie Regieassistenzen ausserhalb Berlins und einige theaterpädagogische Inszenierungsarbeiten.

Eine erste eigene Inszenierung eines Weihnachtsmärchens mit professionellen Schauspieler*innen für Kinder am theaterforum kreuzberg gab 1994 den Ausschlag zur Gründung eines eigenen Theaters mit Daniel Koch zusammen. Dies war die Geburt von Theater Morgenstern, einem Berliner Kinder- und Jugendtheater.

1999 wurde Pascale Mutter einer ersten Tochter. Da sie in "Kikerikiste" von Paul Maar den dicken Bartholomäus spielte, konnte sie noch sehr lange auf der Bühne sein. Etwas schwieriger wurde es bei der "Solveig" aus "Peer Gynt"...
Inzwischen hat sie mit Daniel Koch zusammen 3 Kinder und ihre Theaterarbeit hat sich vor die Bühne verlagert, indem sie bei den Inszenierungen hilft, Ideen entwickelt, organisiert und mit Daniel Koch zusammen das Theater leitet.

In der Arbeit als Schauspielerin hat sie immer daran gearbeitet, die "vierte Wand" zum Publikum hin innerlich zu öffnen, das heißt, die Zuschauer in ihr Denken, Fühlen und Handeln mit einzubeziehen. Das ist nur möglich mit einer großen inneren Geste der Sympathie dem Publikum gegenüber.
Diesen Grundgestus versuchen wir allen unseren Veranstaltungen innewohnen zu lassen. Die Kinder sollen sich angenommen fühlen und dadurch die Möglichkeit erhalten, sich wirklich zu begeistern.

Daniel Koch

Daniel Koch wurde am 4.8.1957 in Neuhaus geboren.

Eine Ausbildung zum Verlagsbuchhändler, ein fast abgeschlossenes Studium der Volkswirtschaft, ein Eurythmiestudium und einige Jahre als Waldorflehrer waren das nötige Rüstzeug, um endlich 1994 das theater morgenstern zu gründen. 

Als er 1983 von Paderborn nach Berlin kam, zog ihn das vielfälitge Kulturleben in seinen Bann. Es gab viel zu entdecken, sei es im Theater, Konzert oder Museum. Und er entdeckte die Lyrik, die ihn jahrelang begleitete, ob klassisch oder modern. Ihn begeisterte ihre rhythmische und bildhafte Sprache, welche es möglich machte, neue Räume zu erfahren - ein eher stilles Vergnügen. Ganz im Gegensatz zum Theater. Da konnte er Schauspieler erleben, die durch ihr Spiel die Zuschauer durch emotionale Wechselbäder schickten. Er konnte Sympathie und Antipathie, Freud und Leid erleben, er konnte lachen und weinen und ging - nach einer guten Vorstellung -  erfrischt und belebt aus dem Theater. 

So beschäftigt ihn, seitdem er im eigenen Theater arbeitet, ununterbrochen die Frage, was die Schauspieler durch ihr Spiel im jungen Publikum bewirken, was im Inneren der Zuschauer*innen vorgeht und was davon nach der Vorstellung übrig bleibt. Und ihn beschäftigt, wie Sprache wirkt und wie diese Wirkung im Theater erlebbar werden kann.

Er gründete 1994 mit Pascale Senn Koch zusammen Theater Morgenstern.

Die Theaterstücke selbst auszuwählen, sie als Regisseur gestalten zu können, mit gleichgesinnten Menschen am Gelingen einer Produktion zu arbeiten, Lichkonzept, Kostüme, Bühnenbild, Musik mitzugestalten und dann bei den Veranstaltungen den unmittelbaren Kontakt zum Publikum pflegen zu können, das sind die Freuden eines eigenen Theaters. Und bei so viel Gestaltungslust  ergab sich die Suche nach interessanten Spielorten fast von selbst. Die Theaterausflüge entstanden und das Ensemble fand so spannende Spielorte wie u.a. das KLOSTER CHORIN, das Museumsdorf Altranft am Rande des Oderbruchs und die LOKHALLE IM NATUR-PARK SCHÖNEBERGER SÜDGELÄNDE.

Seit 2016 ist das Theater Morgenstern voll und ganz im ehemaligen Rathaus Friedenau beheimatet. Wir gestalten einen regelmäßigen Spielplan für Kinder und Jugendliche.


Selim Çinar

Selim Çinar wurde in Berlin geboren.

Selim ist seit Februar 2006 diplomierter Schauspieler und hatte bis zu seinem Vorsprechen an der Schauspielschule Charlottenburg nichts mit Schauspiel zu tun. Er hat zuvor eine Ausbildung zum Assistenten für Datenverarbeitung absolviert und sich in Berlin und Umgebung für deutsche und ausländische Jugendliche mit Integrationsproblemen engagiert. Über viele Jahre beschäftigte er sich mit verschiedenen Kampfkunstarten wie Capoeira und Kung-Fu sowie mit unterschiedlichen Tanzrichtungen, unter anderem mit Streetdance. Diese Fähigkeiten ließ er in die Jugendarbeit einfließen. Zudem gab er den Jugendlichen schulischen Nachhilfeunterricht. 
Nach der Schauspielausbildung erweiterte er seine Kurstätigkeit. Er gab Kurse in Bühnenfechten, Stockkampf und Pantomime und arbeitete als Bühnenkampfchoreograph. 
Bereits im April 2006 bewarb sich Selim erfolgreich beim Theater Morgenstern. 

Seither gehört er zum festen Stamm des Ensembles. Er gestaltete schauspielerisch bisher maßgeblich alle Produktionen mit. Zudem ist Selim als Theaterpädagoge am Morgenstern tätig. Er leitet Schulprojekte, Projekttage und ausserschulische Theaterprojekte mit Kindern und Jugendlichen aller Altersstufen.

Katrin Firuzeh Bischof

Geboren wurde Katrin Firuzeh in Teheran

Seit frühester Jugend hatte sie ein großes Interesse an Textilien und Scheren. Schon im Alter von vier Jahren führte sie experimentelle Studien an Vorhängen und Wollstrumpfhosen durch, die bei den Eltern aber nur geringe Begeisterung hervorriefen.

Nach einem Abitur in Karlsruhe entschied sie sich für eine Industrieschneiderlehre bei „Betty Barclay“ in Nußloch, vor deren stumpfer Monotonie (etwa 500 Reißverschlüsse am Stück einsetzen etc.) sie in ein Modedesignstudium an der UdK in Berlin floh.

Seit dem Diplomabschluss 2001 ist sie selbstständig als Kostüm- und Bühnenbildnerin, Auftragschneiderin, Designerin und allem, das im weitesten Sinne mit Textilien zu tun hat unterwegs.

Sie beschäftigt sich viel mit alternativen Techniken zum traditionellen Schneidern, zum Beispiel mit Filzen, Latex, Kleben, Falten…besonders die Kombination unterschiedlicher Methoden eröffnet viele neue Möglichkeiten der Gestaltung.

Wichtig ist ihr bei ihrer Arbeit, dass sie vom Entwurf bis zur Fertigung am Entstehungsprozess beteiligt ist und nicht nur den geistigen oder praktischen Teil der Arbeit übernimmt.

Seit 2001 konzipiert Katrin mit dem Morgenstern-Ensemble zusammen die Ästhetik der neu entstehenden Stücke. Sie entwirft die Kostüme für die Neuproduktionen und stellt diese auch selber her. Inzwischen hat sie ihr Schneideratelier direkt im Theater, nachdem sie zwischenzeitlich ihre Zelte in Worms aufgeschlagen hatte, wo sie weiterhin regelmäßig als Kostümbildnerin bei den Nibelungenfestspielen tätig ist.

Radu Nagy

Radu Nagy wurde am 18.01.1966 
in Targu Mures, Rumänien geboren

Er ist Absolvent der Musikakademie Bukarest, des Leonard Sorkin International Chamber Music Institute, der Universtiy of Wisconsin und der Northern Illinois University in DeKalb

Er hat das Master-Diplom im Solo-Fach und in Kammermusik erworben und ist Gewinner zahlreicher Preise bei internationalen Wettbewerben.

2000 bis 2010 war er Solo-Cellist im Sinfonischen Orchester „Toscanini“ in Parma, u.a. unter der Leitung von Dirigenten wie Kurt Masur und Rarael de Burgos. Aktuell bestreitet er eine regelmäßige Konzerttätigkeit u.a. im Bode-Museum Berlin, im Rahmen der Kammermusiktage Ahrenshoop, in Italien und der Schweiz u.a. mit den „Chamber Artists“.

Seit 2009 hat er seinen Lebensmittelpunkt in Berlin.

2010 begann der Zusammenarbeit mit dem Kammerorchester “Unter den Linden” mit der Erarbeitung von musikalischen Märchen wie z.B. “Zweg Nase” und “Peter und der Wolf”. Es folgten Aufführungstätigkeiten an Schulen und in der Philharmonie.

Seit 2012 ist Radu Nagy kontinuierliches Ensemblemitglied als Theatermusiker für Kinder und Jugendliche im Morgenstern-Ensemble - Theater im Rathaus Friedenau.
Er konzipiert die Theaterstücke musikalisch und ist in die Entwicklung der Produktionen und in die Aufführungstätigkeiten involviert.